Balluff baut weltweite Unternehmensstruktur um

Balluff erzielt 2019 einen Umsatz von 469 Mio. Euro
Balluff erzielt 2019 einen Umsatz von 469 Mio. Euro

Zahl der Mitarbeiter soll von 3.600 auf 3.200 sinken – Rund 60 Stellen fallen bei der Balluff AG in Biel weg

Biel – Die Geschäftsführung des Sensor- und Automatisierungsspezialisten Balluff hat der Belegschaft am heutigen Donnerstag ihren Plan zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe und ihres globalen Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks vorgestellt. Das weltweite Maßnahmenbündel sieht unter anderem vor, die Zahl der Mitarbeiter weltweit bis Ende 2021 von derzeit 3.600 auf 3.200 zu verringern, die Fertigung am Schweizer Standort Biel in Werke in Ungarn und China zu verlagern und den Entwicklungsbereich auf andere Entwicklungszentren innerhalb der Firmengruppe zu verteilen. Durch diese Maßnahmen wird die Balluff AG vom Hybrid-Standort mit Fertigung und Vertrieb zu einer reinen Vertriebsgesellschaft mit dem Ziel, die Marktpräsenz von Balluff in der Schweiz auszubauen. In Summe fallen dadurch in Biel rund 60 der 80 Arbeitsplätze weg.

Pressemappe (zip. Datei)

2019 verzeichnete die Balluff Gruppe mit einem Gesamtumsatz von 469 Mio. Euro einen Rückgang um 3,9 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sank der Umsatz um mehr als 7 Prozent. Als Gründe für diese Entwicklung nennt die Geschäftsführung nicht nur die Auswirkungen der Corona-Krise, sondern auch die bereits im vergangenen Jahr spürbare wirtschaftliche Eintrübung in für Balluff wichtigen Industrien wie der Automobilbranche oder dem Maschinen- und Anlagenbau durch den tiefgreifenden strukturellen Wandel. Gleichzeitig erhöhte sich der Wettbewerbsdruck durch fallende Preise aufgrund weltweiter Überkapazitäten. Daher rechnet die Gruppe auch mit einem längeren Rückweg zum Umsatzniveau früherer Jahre.

„Wir erkennen den Beitrag des Standorts Biel in den vergangenen Jahren an, aber wir haben es mit einer Kombination aus den Auswirkungen von COVID-19, einer längerfristigen konjunkturellen Schwächephase und einem tiefgreifenden strukturellen Wandel zu tun. Dem können wir nicht allein mit temporären Maßnahmen wie Kurzarbeit oder tariflichen Einigungen zur Arbeitsplatzsicherung begegnen. Deshalb müssen wir auf diese grundlegenden Veränderungen anders reagieren – eben mit Veränderungen in der Ausrichtung der globalen Struktur, die auch Auswirkungen auf Biel haben“, begründet die Geschäftsführerin Katrin Stegmaier-Hermle das Vorgehen. „Natürlich werden wir die Umstrukturierung so sozialverträglich wie möglich gestalten. Aber wir sehen leider keinen anderen Weg, die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe für die Zukunft zu sichern.“

Langfristig sieht sich das Unternehmen trotz der aktuellen Herausforderungen gut aufgestellt. Der Trend zu einer immer stärkeren Vernetzung der Automatisierungskomponenten und dem Industrial Internet of Things (IIoT) biete für Balluff weiterhin große Chancen, in der Zukunft weiterzuwachsen. Qualitativ hochwertige Sensoren werden zu zuverlässigen Datenquellen für vernetzte industriellen Fertigungen. „Unser bereits existierendes Portfolio bietet hierfür eine perfekte Basis, um in Zukunft Hardware mit Software zu Smartware zu verknüpfen und damit noch mehr nützliche Daten der Ma-schinen und Anlagen zur Verfügung zu stellen“, beschreibt Geschäftsführer Florian Hermle den künftigen Fokus des Unternehmens.

Zum Unternehmen Balluff

1921 in Neuhausen a. d. F. gegründet, steht Balluff mit seinen 3600 Mitarbeitern weltweit für innovative Technik, Qualität und branchenübergreifende Erfahrung in der industriellen Automation. Als führender Sensor- und Automatisierungsspezialist bietet das Familienunternehmen in vierter Generation ein umfassendes Portfolio hochwertiger Sensor-, Identifikations-, Netzwerk- und Softwarelösungen an.

Im Jahr 2019 verzeichnete die Balluff Gruppe einen Umsatz von rund 469 Mio. Euro. Neben dem zentralen Firmensitz in Neuhausen a. d. F. verfügt Balluff rund um den Globus über Vertriebs-, Produktions- und Entwicklungsstandorte und ist mit 38 Tochtergesellschaften und weiteren Vertretungen in 68 Ländern aufgestellt. Dies garantiert den Kunden eine schnelle weltweite Verfügbarkeit der Produkte und eine hohe Beratungs- und Servicequalität direkt vor Ort.