Rekordwachstum der Balluff Gruppe

Rekordwachstum der Balluff Gruppe

Die Geschäftsführer Michael Unger, Florian Hermle und Katrin Stegmaier-Hermle

Die Geschäftsführer Florian Hermle, Katrin Stegmaier-Hermle und Michael Unger (von links) sind mit der Entwicklung der Balluff Gruppe im Jahr 2017 sehr zufrieden.

Die Balluff GmbH

Am Hauptsitz in Neuhausen schuf Balluff allein in den vergangenen zwei Jahren 100 zusätzliche Stellen.

Rasantes Umsatzwachstum setzt sich auch im ersten Quartal 2018 fort

Neuhausen a.d.F. – Das Industrial Internet of Things (IIoT) sorgt auf den Fildern für zufriedene Mienen: Die hohe Nachfrage nach Automatisierungslösungen in der Industrie hat bei der Balluff Gruppe 2017 zu einem Rekordwachstum geführt. Zusammen mit den Umsätzen von zwei im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres integrierten Unternehmen legte der Sensor- und Automatisierungsspezialist aus Neuhausen bei Stuttgart um 21,4 Prozent auf 459 Mio. Euro zu. 2016 lag der Umsatz noch bei 378 Mio. Euro. Selbst ohne die beiden neuen Unternehmen hätte es mit einem Plus von 16 Prozent für einen Rekordwert gereicht. „Dass wir unser für 2019 formuliertes Umsatzziel von 500 Mio. Euro wie geplant überschreiten werden, ist jetzt schon klar – die Frage ist nur, wann genau“, sagt Geschäftsführerin Katrin Stegmaier-Hermle bei der Vorstellung der Bilanzzahlen. Die Balluff Gruppe beschäftigt weltweit 3600 Mitarbeiter. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 1300 dieser Mitarbeiter arbeiten in Deutschland, und allein am Stammsitz Neuhausen sind in den vergangenen zwei Jahren 100 Mitarbeiter neu hinzugekommen.

„Diese Entwicklung freut uns natürlich“, sagt Stegmaier-Hermle. „Wir liefern mit unseren Lösungen die Basis für die Digitalisierung in der Industrie und arbeiten daher natürlich in einem absoluten Wachstumssegment. Aber – und das freut uns besonders – wir gewinnen darüber hinaus auch noch Marktanteile.“ Die Umsatzrentabilität hat sich von neun Prozent im Jahr 2016 noch einmal leicht auf aktuell 10,5 Prozent verbessert.

Wachsender Automatisierungsdruck in vielen Branchen

Die Geschäftsführerin nannte fünf Gründe für das starke Ergebnis: die positive Marktentwicklung weltweit, ein besonders starkes Wachstum in wichtigen Branchen wie der Automobil-, Verpackungs-, Lebensmittel und Getränkeindustrie sowie bei den Maschinen- und Anlagenbauern, den allgemein wachsenden Automatisierungsdruck in vielen weiteren Branchen, die gute Lieferperformance von Balluff und die 2017 erfolgte Integration der Unternehmen iss innovative software services und Matrix Vision in die Balluff Gruppe. Die beiden Neuzugänge haben etwa 20 Mio. Euro zum Umsatzanstieg beigetragen.

Ein rundum positives Bild zeichnete Stegmaier-Hermle auch vom ersten Quartal 2018. Das Wachstum sei mit rund neun Prozent nach wie vor sehr stark. Die weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung und die aktuelle Auftragslage stimmten Balluff für das Gesamtjahr 2018 optimistisch. Die Balluff Gruppe steht auf einem äußerst stabilen finanziellen Fundament: Die Eigenkapitalquote ist mit 76 Prozent weiterhin extrem hoch, und das Banken-Rating von AAA+ ist das beste, das ein Unternehmen dieser Größenordnung erreichen kann. Zudem investiert Balluff mit einer Quote von 13,3 Prozent für Forschung und Entwicklung sehr viel in den zukünftigen Erfolg.

Das damit verbundene Ziel nannte Geschäftsführer Michael Unger: „Wir haben den Gruppenumsatz in den vergangenen sieben Jahren verdoppelt, und wir streben eine weitere Verdopplung in den kommenden fünf bis sieben Jahren an. Dafür muss sich die Organisation stetig weiterentwickeln. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Weichen für die Zukunft zu stellen – und das haben wir getan.“ Unger stellte die Ausrichtung des Unternehmens mit einem klaren Fokus auf die Anforderungen der wichtigsten Hauptindustrien vor. Die Balluff Gruppe ist jetzt in sieben Geschäftsbereiche gegliedert. Drei davon fassen alle Lösungen für die Hauptindustrien Mobility, Packaging, Food & Beverage sowie Machine & Plant Engineering jeweils in einer organisatorischen Einheit zusammen. Darüber hinaus gibt es mit Marketing & Sales, Technology, Supply Chain sowie Services, Finance & Quality vier weitere Bereiche. Jeder der sieben Bereiche hat eine eigene Leitung, die zusammen die erweiterte Geschäftsleitung bilden.

Konsequente Ausrichtung am Kunden

„Im Mittelpunkt unserer strategischen Ausrichtung steht der Kunde. Die Industrie-Geschäftsbereiche sorgen dafür, dass die Anforderungen der jeweiligen Branchen an neue Produkte und Lösungen in ein relevantes Kundenportfolio übersetzt werden. Dadurch wird unsere Entwicklung noch zielgerichteter, schneller und besser auf die Industrien ausgerichtet“, betonte Unger. „Die Neuausrichtung setzen wir jetzt aus einer Position der Stärke heraus um – und sie bildet die Basis dafür, das Unternehmen Balluff konsequent weiterzuentwickeln, es auf die nächste Stufe zu bringen und für die Zukunft aufzustellen.“

Automations-Erfahrung auf das IIoT übertragen

Wie diese Zukunft aussehen wird, skizzierte Geschäftsführer Florian Hermle. Balluff gestalte seit mehr als 50 Jahren die Automation, habe diese Erfahrung auf den Wandel hin zum IIoT übertragen und biete heute alle nötigen Lösungen von der Datenerzeugung über den Transport bis zur Auswertung. Balluff sei sehr stark in den Bereichen Hardware, Konnektivität und dem Sichtbarmachen von Daten. Die Daten schaffen Transparenz und machen sichtbar, was wann und warum etwas in der Produktion passiert. Laut Hermle legt Balluff künftig einen stärkeren Fokus auf Software, um noch besser ganzheitliche Automatisierungslösungen aus einer Hand zu liefern. „Deshalb haben wir 2017 das Stuttgarter Softwareunternehmen iss innovative software services und den Machine-Vision-Pionier Matrix Vision in die Gruppe integriert. Dieses Know-how hilft uns, die großen Wachstumschancen der Digitalisierung noch besser und schneller zu nutzen und unser Portfolio sowohl im Bereich der Hardware als auch der Software zu erweitern“, zeigte sich Hermle überzeugt.

Das Ziel sei es, Technologie, Software und externe Partnern in einem offenen Ökosystem zusammenzubringen, um so die Wettbewerbsfähigkeiten der Kunden weiter zu steigern und sie von der Integration über die Analyse der Daten bis zur Diagnose zu unterstützen. Die externen Partner könnten dabei Big-Data-Spezialisten, Zulieferer, Produzenten oder Komponentenhersteller sein. So entstünden Lösungen, die den gesamten Wertschöpfungsprozess vom Lager-Management und Einkauf über das Asset Management bis zur smarten Produktion begleiten und effizientere Abläufe ermöglichen.
Die Lösungen können an einer einzelnen Maschine in einem Maschinenpark oder sogar unternehmensübergreifend eingesetzt werden. „Der Kunde ist dabei stets Herr der Lage und – noch viel wichtiger – Herr seiner Daten“, betont Hermle.

Intelligent Production von den Fildern

Ein Einsatzbeispiel ist die Nutzung von Gussformen in der Automobilindustrie. Dort leihen die Zulieferer wertvolle Gussformen von den Herstellern aus, um die gewünschten Teile zu produzieren. „Mit unseren Lösungskonzepten können Hersteller die Service-Daten der jeweiligen Gussform bei den Zulieferern über eine Industrie-Cloud abgerufen und Wartungsintervalle, die Anzahl produzierter Teile oder die Durchschnittstemperatur überwacht werden. Das ist ein Ansatz, mit dem wir Schritt für Schritt unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Produktion zu digitalisieren und mit der gewonnenen Transparenz die Effizienz und Produktivität ihrer Fertigung zu steigern“, erklärte Hermle.

Balluff habe die vergangenen zwölf Monate dafür genutzt, weiter an Software-Lösungen zu arbeiten. Mit einer Live-Demo zeigte Hermle den aktuellen Entwicklungsstand. Alle relevanten Daten werden übersichtlich in einem Dashboard dargestellt, über das die Nutzer verschiedene Werke ansteuern oder direkt einzelne Anlagen und Tools aufrufen können. Die aktuellen Service-Daten kommen in Echtzeit von der Feldebene, den Sensoren und der gesamten Anlage und sind über eine Cloud werks- oder sogar unternehmensübergreifend abrufbar. Ausgespielt werden können die Informationen per App, an einem Desktop PC oder industriellen Handlesegeräten. Auch bei der Wahl der Kommunikationskanäle haben Kunden eine Vielzahl von Möglichkeiten. „Das Konzept ermöglicht es so, Daten zu erzeugen, zu transportieren, zu verarbeiten und jetzt neu dank Cloud-basierter Software auch direkt zu interpretieren“, sagte Hermle. „Damit sind wir auf direktem Weg zur intelligenten Produktion und erfüllen unseren Anspruch, Schrittmacher der Digitalisierung zu sein.“

Zum Unternehmen Balluff

1921 in Neuhausen a. d. F. gegründet, steht Balluff mit seinen 3600 Mitarbeitern weltweit für innovative Technik, Qualität und branchenübergreifende Erfahrung in der industriellen Automation. Als führender Automatisierungsspezialist bietet das Familienunternehmen in vierter Generation ein umfassendes Portfolio innovativer Sensor-, Identifikations- und Netzwerktechnologien und Software für ganzheitliche Systemlösungen an.

Im Jahr 2017 verzeichnete die Balluff Gruppe einen Umsatz von rund 459 Mio. Euro. Neben dem zentralen Firmensitz in Neuhausen a. d. F. verfügt Balluff rund um den Globus über Vertriebs-, Produktions- und Entwicklungsstandorte und ist mit 37 Tochtergesellschaften und weiteren Vertretungen in 68 Ländern aufgestellt. Dies garantiert den Kunden eine schnelle weltweite Verfügbarkeit der Produkte und eine hohe Beratungs- und Servicequalität direkt vor Ort.