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Ist die Auswahl photoelektrischer Sensoren wirklich so schwer?

Ein unkomplizierter Ansatz für die Auswahl des richtigen Sensors

27 Mai 2026 | 09:38 Uhr

Lesezeit: Minuten

Umdenken bei der Sensorauswahl in der Fördertechnik

In modernen Fördersystemen werden zunehmend fotoelektrische Sensoren mit erweiterter Funktionalität eingesetzt. Sie bieten Fernkonfiguration, integrierte Diagnose und digitale Kommunikationsoptionen. Diese Funktionen können zwar die Inbetriebnahme und Wartung vereinfachen, werfen aber auch eine grundlegende Frage auf: Sind sie für jede Anwendung erforderlich?

Um diese Frage zu klären, ist es hilfreich, einen typischen Anwendungsfall zu betrachten - die Erkennung von Kartons auf einem Förderband.
In diesem Fall sind die Kernanforderungen überschaubar:

  • zuverlässige und stabile Erkennung

  • Unabhängigkeit von Objektfarbe und -oberfläche

  • einfache Installation und Einstellung

  • schneller Austausch im Falle eines Ausfalls

Dies sind Eigenschaften, die klassische diskrete Sensoren traditionell gut erfüllen.

Wenn zusätzliche Funktionen mit Kosten verbunden sind

Fortschrittliche optische Sensoren bieten nützliche Funktionen, aber sie bringen auch Kompromisse mit sich.
Ihr Austausch oder ihre Neukonfiguration erfordert oft mehr Fachwissen als bei einfachen Modellen, bei denen eine Neuverdrahtung und vielleicht das Einstellen eines Potentiometers ausreichen können.

Die Kosten summieren sich auf mehreren Ebenen:

  • Höherer Hardwarepreis für den Sensor

  • Teurere SPS-Schnittstellen, da digitale oder serielle Kommunikationspunkte fast doppelt so viel kosten können wie diskrete Standardeingänge

  • Zusätzlicher Softwareaufwand, insbesondere bei der Integration von Diagnosedaten oder Parametersätzen

Bei Anwendungen, die Hunderte oder Tausende von Sensoren einsetzen, werden diese zusätzlichen Kosten erheblich.

Der vergessene Parameter: Überschüssige Verstärkung unter realen Bedingungen

Unabhängig von zusätzlichen Funktionen bleibt ein Parameter grundlegend: die Überschussverstärkung.
Diese optische Reserve kompensiert Verschmutzungen, mechanische Toleranzen und wechselnde Betriebsbedingungen. Spezifikationswerte von 10 bis 20 klingen oft beeindruckend, aber sie sagen nur einen Teil der Wahrheit.

Die Überschussverstärkung muss zusammen mit der optischen Ausrichtung betrachtet werden, denn hier treten in realen Installationen häufig Probleme auf.

Ein häufig übersehener Faktor ist der Winkelversatz zwischen der mechanischen Gehäuseachse und der tatsächlichen optischen Achse. Schon eine kleine Abweichung kann in der Praxis große Auswirkungen haben. Beispielsweise verschiebt ein Winkelversatz von 2° den abgestrahlten Lichtfleck in 1 Meter Entfernung um etwa 35 mm.

Bei Reflexionslichtschranken ist der typische Installationsvorgang einfach: Der Techniker verstellt die Position des Sensors oder des Reflektors, bis der Sensor schaltet, und hält dann an. Dieser Ansatz ist üblich und intuitiv, aber er verbirgt einen entscheidenden Punkt:


Der Schaltpunkt allein garantiert keine optimale optische Ausrichtung.

Ein Sensor mit einem erheblichen axialen oder winkligen Versatz kann bei der Installation immer noch zuverlässig schalten, obwohl:

  • der Sendestrahl nicht mehr auf die Mitte des Reflektors trifft und

  • der Rückstrahl nicht mehr mit der Empfängeroptik fluchtet.

In diesem Fall arbeitet der Sensor zwar technisch, aber unter verschlechterten optischen Bedingungen. Ein großer Teil des reflektierten Lichts gelangt nie in die Empfängerlinse und geht stattdessen an der Blende oder im optischen Pfad verloren.

Das Ergebnis ist eine messbare Verschlechterung der wichtigsten Leistungsparameter:

  • reduzierte effektive Überschussverstärkung

  • geringere Schaltsicherheit, insbesondere bei Verschmutzung oder Vibration

  • größere Empfindlichkeit gegenüber Schmutz und Ablagerungen

  • höhere Anfälligkeit gegenüber kleinen mechanischen Verschiebungen

In der Praxis bedeutet dies, dass selbst Sensoren, die mit umfangreichen Funktionen ausgestattet sind, unterdurchschnittliche Leistungen erbringen können, nur weil der optische Pfad nicht optimal ausgerichtet ist, obwohl der Techniker ein Schaltsignal sieht und davon ausgeht, dass alles richtig eingestellt ist.

Abwägung zwischen realem Bedarf und funktionaler Überlastung

Komplexe Sensoren können gerechtfertigt sein, aber nur, wenn die Anwendung wirklich davon profitiert.
Diagnosefunktionen können in Systemen nützlich sein, in denen die Maschinenverfügbarkeit kritisch ist oder in denen Fehlererkennung und vorausschauende Wartung Teil der Betriebsstrategie sind.

Bei vielen Standardaufgaben der Objekterkennung in der Logistik, in Förderanlagen oder automatischen Lagersystemen liegen die Prioritäten jedoch anders.
Was den größten Nutzen bringt, ist oft:

  • robuste optische Parameter

  • hohe Überschussverstärkung

  • einfache Einrichtung und Wartung

  • gleichbleibende Erkennungsleistung

Systeme, die auf eine große Anzahl von Sensoren angewiesen sind, profitieren besonders von diesen Merkmalen, da eine geringere Komplexität niedrigere Gesamtbetriebskosten und eine geringere betriebliche Abhängigkeit von Fachpersonal bedeutet.

Fazit

Die Auswahl des richtigen fotoelektrischen Sensors erfordert Differenzierung, nicht Komplikation.

  • Für die Mehrzahl der Standard-Detektionsaufgaben:
    Einfache diskrete Sensoren mit starker optischer Leistung sind oft die effektivste und wirtschaftlichste Lösung.

  • Für einige kritische oder verfügbarkeitsrelevante Anwendungen:
    Sensoren mit Diagnose- und Kommunikationsfunktionen können sich lohnen, vorausgesetzt, ihre zusätzlichen Kosten und ihre Komplexität schlagen sich in einem messbaren betrieblichen Nutzen nieder.

Mit anderen Worten: Beginnen Sie mit den grundlegenden optischen Prinzipien und bewerten Sie dann, ob zusätzliche Funktionen wirklich zur Leistung, Zuverlässigkeit oder Systemeffizienz beitragen.

Schlüsselwörter

  • BOS Entry Line
  • photoelectric sensing

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