04.11.2020
Standort Neuhausen
Balluff einigt sich mit Betriebsrat
Das Maßnahmenbündel zur Abmilderung der Folgen durch die Standortverlagerung reicht von Qualifizierungsstipendien über eine Transfergesellschaft bis hin zu speziellen Angeboten für ältere Mitarbeiter.
Neuhausen a. d. F. – Der Sensor- und Automatisierungsspezialist Balluff einigte sich vorgestern (Montag) mit dem Betriebsrat auf ein umfangreiches Paket im Zusammenhang mit der geplanten Streichung von 140 der 1.100 Stellen am Stammsitz in Neuhausen a. d. F. Außer einem sozialverträglichen Abbau der betroffenen Stellen gibt es unter anderem ein Stipendium-Programm zur Weiterbildung, eine auf zwölf Monate ausgelegte Transfergesellschaft mit Vermittlungsunterstützung, Qualifizierungsmaßnahmen und Aufstockung des Transferkurzarbeitergelds auf 80 % des Nettoentgelts. Weitere Bestandteile der Vereinbarung sind spezielle Unterstützungsmöglichkeiten für ältere Beschäftigte und Einmalzahlungen.
Balluff verlagert die am Stammsitz verbliebenen Produktionskapazitäten in zwei Schritten zum 31. März und 31. Dezember 2021 an das seit 1989 bestehende Hauptwerk in Ungarn und baut im Gegenzug Neuhausen konsequent zu einem Innovations- und Kompetenzzentrum für Networking-, Software- und IIoT-Lösungen, Opto- und (Magneto-) Induktive Sensorik sowie RFID aus.
„Wir sind sehr froh, dass wir mit diesem Paket Lösungen gefunden haben, um die Auswirkungen der Stellenstreichungen auf die betroffenen Mitarbeiter abzufedern,“ sagt die Sprecherin der Balluff Geschäftsführung, Katrin Stegmaier-Hermle. „Natürlich bleiben es einschneidende Maßnahmen, die wir sehr bedauern. Aber wir müssen diesen Schritt gehen, um die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern. Denn leider haben wir es mit einer extrem schwierigen Kombination aus den Auswirkungen von COVID-19, einer längerfristigen konjunkturellen Schwächephase und einem tiefgreifenden strukturellen Wandel zu tun. Dem können wir nicht allein mit temporären Maßnahmen wie Kurzarbeit oder tariflichen Einigungen zur Arbeitsplatzsicherung begegnen“, begründet Katrin Stegmaier-Hermle das Vorgehen.
Zum Unternehmen Balluff
1921 in Neuhausen a. d. F. gegründet, steht Balluff mit seinen 3600 Mitarbeitern weltweit für innovative Technik, Qualität und branchenübergreifende Erfahrung in der industriellen Automation. Als führender Sensor- und Automatisierungsspezialist bietet das Familienunternehmen in vierter Generation ein umfassendes Portfolio hochwertiger Sensor-, Identifikations-, Netzwerk- und Softwarelösungen an. Im Jahr 2019 verzeichnete die Balluff Gruppe einen Umsatz von rund 469 Mio. Euro. Neben dem zentralen Firmensitz in Neuhausen a. d. F. verfügt Balluff rund um den Globus über Vertriebs-, Produktions- und Entwicklungsstandorte und ist mit 38 Tochtergesellschaften und weiteren Vertretungen in 68 Ländern aufgestellt. Dies garantiert den Kunden eine schnelle weltweite Verfügbarkeit der Produkte und eine hohe Beratungs- und Servicequalität direkt vor Ort.